Manifeste („ausgeprägte“) Funktionsstörungen der Schilddrüse sind relativ selten (Häufigkeit ca. 1 - 3%). Sie werden meist rasch entdeckt, wenn die klinischen Anzeichen richtig gedeutet werden. Eine Schilddrüsenüberfunktion beschleunigt die Stoffwechselvorgänge im Körper und ruft Schlaflosigkeit, Herzrasen, Durchfall, Nervosität, Zittern, Gewichtsabnahme, Haarausfall und Schwitzen hervor. Eine Schilddrüsenunterfunktion verlangsamt dagegen den Stoffwechsel und äußert sich in Müdigkeit, Verstopfung, Antriebsschwäche, Gewichtszunahme, Haarausfall und Frieren. Vor allem im Anfangsstadium oder als latente („verborgene“) Funktionsstörung sind diese Veränderungen jedoch meist sehr gering ausgeprägt. Aus diesem Grund werden die latenten Funktionsstörungen der Schilddrüse trotz ihrer Häufigkeit (latente Überfunktion ca. 6%, latente Unterfunktion ca. 10%) erst bei einer gezielten Untersuchung entdeckt. Aus Studien ist bekannt, dass auch die latenten Funktionsstörungen der Schilddrüse bereits Auswirkungen auf Fertilität, Schwangerschaft und die gesunde Entwicklung des Kindes haben.