Risiken der TESE ergeben sich zum einen aus dem operativen Eingriff und aus der assistierten Befruchtung der Eizellen mittels ICSI.

Wie bei jeden operativen Eingriff kann es während oder nach der operativen Gewebegewinnung aus dem Hoden zu Blutungen, Schwellungen, Schmerzen, Entzündungen und Wundheilungsstörungen kommen. Insgesamt sind die operativen Risiken einer TESE aber aufgrund der oberflächlichen Lage der Hoden und guten Zugangsmöglichkeit gering im Vergleich mit anderen Eingriffen. In Extremfällen kann es aber auch zu einem Untergang des operierten Hodens kommen. Durch die Entfernung der Gewebeprobe werden nicht nur Zellen der Spermienbildung entfernt, sondern auch Zellen welche für die Produktion des männlichen Sexualhormones zuständig sind. Nach allen bisherigen Erkenntnissen hat dies für die weitere lebenslange Produktion des männlichen Sexualhormones aufgrund der Größe eines normalen Hodens im Verhältnis zu dem kleinen entfernten Gewebestück keine Bedeutung. Sollten jedoch ein oder beide Hoden als Folge des operativen Eingriffs untergehen oder der notwendigerweise entnommene Gewebeanteil im Verhältnis zum Resthodengewebe relativ groß sein, kann sich hieraus die Notwendigkeit einer lebenslangen Hormonersatztherapie ergeben. 

In Abhängigkeit von der Zahl der zurückgesetzten befruchten Einzellen weist die TESE in Kombination mit einer ICSI wie alle Verfahren der assistierten Befruchtung ein erhöhtes Risiko von Mehrlingsschwangerschaften auf. Im gemeinsamen Gespräch mit Ihnen wird Ihr Arzt Ihnen einen Vorschlag machen, wie viele befruchtete Eizellen in Ihrem Fall ratsam sind zurückzusetzen. Auch alle anderen Risiken einer Behandlung mittels ICSI treffen auf eine ICSI in Kombination mit einer TESE zu. Grundsätzlich haben Männern bei denen Spermien nur im Hoden nachzuweisen sind eine erhöhte Häufigkeit von Chromosomen- (Erbgut) Störungen. Es ergeben sich zur Zeit aber keine Hinweise, dass Kinder welche nach einer TESE-ICSI-Behandlung geboren wurden eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von genetischen Störungen aufweisen im Vergleich zu Kindern welche nach einer ICSI-Behandlung mit Spermien aus dem Ejakulat geboren wurden.